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Бритвенный станок

Ученик Янош Микулаш вместе со своим братом и тремя друзьями сбегает после венгерского народного восстания в ноябре 1956 года на Запад. Через Австрию он пападает на поезде во Фридланд. В лагере он получает бритвенные принадлежности и словарь, а также этот бритвенный станок.

Фото: Райнер Йордан

 

Wegbegleiter Russisch

Игрушечная фигурка

Рудольф Карличек приехал со своей мамой из Польши в Германию в 1967 году в возрасте 5 лет. Как и многие другие переселенцы они проходят через лагерь Фридланд. На очередной раздаче пожертвований Рудольф Карличек получает эту фигурку Малыша Бобровое Сердце (нем. Klein Biberherz) из комиксов Fix-und-Foxi. В последующие годы она становится для него важным попутчиком.

Фото: Райнер Йордан

 

Попутчики

Они нас охраняют, согревают и утешают.

Они сопровождают нас через невзгоды или помогают в быту. Они неказистые, забавные или даже противоречивые: У нас у всех есть вещи, которые важны для нас, с которыми мы связываем особенные воспоминания, или которые сопровождали нас в тяжелые периоды. Они могут быть кусочком родины на чужбине или указывать на промежутки и переходные состояния. Они символизируют Прощание, Прибытие и Новое начало.

В особенности люди, вынужденные эмигрировать, оставляют много вещей, и только некоторые из этих вещей мысленно сопровождают их дальше. Поскольку Прощание и Новое начало оказывает влияние на всех нас – с опытом миграции или без него - мы хотели бы показать ваших личных попутчиков и их истории в этой онлайн-галерее, чтобы поделиться ими с другими.

Пластинка с колокольным звоном

В коллекции музея содержатся несколько аудиовизуальных свидетельств истории пограничного транзитного лагеря Фридланд. На этой пластинке, вышедщей в 1964 году, есть записи колокольного звона освященной в 1955 году церкви Святого Норберта и сопроводительная речь католического лагерного священника. Представители других конфессий также заботятся о приезжих со дня основания лагеря во Фридланде.

Фото: Райнер Йордан

Armbinde mit dem Aufdruck "Merzdorf"

Andreas, Bamberg

Meine Großmutter stammt aus Merzdorf (heute: Marciszów) in Schlesien. Im Frühjahr 1946 ist mein Großvater zwar schon aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden, doch Oder und Neiße lassen sich in Richtung Osten nicht mehr überqueren. Denn bereits im Februar des Jahres beginnt die planmäßige Vertreibung der deutschen Bevölkerung gemäß des Potsdamer Abkommens. Mitte Mai muss meine Großmutter mit ihren drei Kindern, u.a. meinem Vater, ihre Heimat verlassen. Vom Bahnhof der Kreisstadt Landeshut (Kamienna Góra) bringt sie der Zug mit den anderen Schicksalsgefährten in Güterwaggons zunächst zum Eisenbahnknotenpunkt in Kohlfurt (Węgliniec). Von dort überquert der Zug die Neiße bei Görlitz. Obwohl aus ihrer Heimat vertrieben, empfinden nahezu alle Erleichterung, den Drangsalierungen und der Rechtlosigkeit entkommen zu sein. Daher werfen viele Menschen ihre weißen Armbinden, die sie als Deutsche kennzeichnen, aus den Waggons in den Fluss. Meine Großmutter aber behält ihre Armbinde mit dem Aufdruck ihres Heimatortes bis zu ihrem Lebensende 1988. Wir fanden sie in ihrem Nachlass und bewahren sie als Erinnerung weiterhin auf.

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Wegbegleiter über Generationen - Eine 100 Jahre alte Teedose

Monika, Göttingen

Zu Beginn der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts begab sich von Göttingen aus mein Großvater "auf die Walz" Richtung Norden. 1923 lernte in Jever meine Großmutter kennen und lieben. Sie folgte ihm nach Göttingen, und die Zwei heirateten 1924. Meine Urgroßmutter, die einen Lebensmittelladen betrieb, schenkte ihrer ostfriesischen Schwiegertochter eine Dose mit schwarzem Tee. Diese Dose begleitete zunächst meine Oma und nach deren Tod meine Mutter durchs Leben. Nach ihrem Tod ging die Dose in meinen Besitz über. Sie wird noch immer als Teedose genutzt und erinnert mich jeden Tag an die beiden Frauen, sie ist ein wichtiger Wegbegleiter in meinem Leben.

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Ins Rollen gebracht: Das Retro-Rennrad

Angela, Göttingen

Das leuchtend grüne Rennrad hat mir schon viele neugierige Blicke und einige nette Gespräche beschert. Auf der Suche nach einem Oldtimer auf zwei Rädern habe ich es 2015 in einer Online-Anzeige entdeckt. Irgendwo in Ostwestfalen stand das ausgemusterte Rad in einem Schweinestall, dessen Geruch sich noch lange im Lenkerband halten sollte. Ich war trotzdem begeistert, investierte 150 Euro und nahm es mit nach Paderborn, meinem damaligen Wohnort. Der ehemals sportliche Renner war Mitte der 70er Jahre in Frankreich gebaut worden und somit genauso alt wie ich. Wann und wie er nach Deutschland kam, ist unbekannt. Weil der Vorbesitzer mit dem puristischen alten Rad nochmal bis an die Nordsee getrampelt war, hätte einiges erneuert werden müssen. Doch zunächst musste es mich unsaniert nach Einbeck begleiten, wo ich damals beruflich tätig war.

Ein Wechsel nach Bonn wehte uns beiden für einige Monate rheinländischen Wind um die Nase, sollte sich aber als Sackgasse erweisen: Innerhalb weniger Wochen verlor ich meinen Job, erlebte eine schmerzhafte Trennung und kam schließlich auch noch im wahrsten Sinne von der Piste ab – ein Unfall beim Skilaufen im Sauerland hatte mein Knie gleich dreifach lädiert und setzte mich für Monate außer Gefecht. An Radfahren war nach der OP nicht zu denken, mein altes Rennrad verstaubte im Keller, während ich (auch im übertragenen Sinne) eher mühsam wieder auf die Beine kam. Fünf Monate nach dem Unfall erhielt ich die Zusage für einen Job, der nicht nur beruflich ein echter Neuanfang war. Ich ließ die alten Wurzeln hinter mir und zog nach Göttingen, schon das zweite Mal beruflich in Südniedersachsen. Diesmal aber hoffentlich von Dauer, deshalb packte ich natürlich auch mein Rennrad ein.

Erst im folgenden Sommer, fast anderthalb Jahre nach dem Unfall, traute ich mich wieder in den Sattel und beschloss, dass mein gutes Stück sich nun eine Restaurierung verdient hat: Lenkerband und Sattel aus Leder, ein neues altes Tretlager, Felgen und Reifen und die zum Baujahr passende Beleuchtung lassen den alten Franzosen wieder richtig frisch aussehen. Und ich bin damit flott unterwegs. Letztes Jahr hat jemand mir spontan und ernsthaft 1200 Euro für das Rad geboten. Doch mein rollender Wegbegleiter ist unverkäuflich.

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"Der Morgenmantel ist mir etwas eng geworden, aber das macht nichts. Er wärmt mich trotzdem, weil er immer noch die Wärme von Omas liebevollen Händen verströmt."
Ewgenia, Göttingen

Karteikarten als symbolisches schlechtes Gewissen

Anna, Heiligenstadt

Mein Wegbegleiter ist ein schlechtes Gewissen – genauer gesagt, ein Stapel Karteikarten mit polnischen Grammatikregeln, Konjugationen und Deklinationen. Dieses Päckchen symbolisiert für mich mein Verhältnis zu meiner Muttersprache, die ich nach der Übersiedlung nach Deutschland praktisch verlernt habe, und die ich doch eigentlich sprechen können sollte. Ich habe im Lauf eder Jahre immer mal wieder versucht, Polnisch zu lernen und zu sprechen, aber daraus ist nie etwas geworden. 

Als ich in der Grundschule war, habe ich meiner Mutter zum Geburtstag einen Gutschein gebastelt: „Ich verspreche dir, dass ich zwei Tage in jedem Monat nur Polnisch reden werde.“ Das ist nie geschehen, aber meine Mutter hat den Gutschein aufbewahrt. 30 Jahre später fragt sie immer noch manchmal, wann sie ihn denn endlich einlösen könne. 

Während des Studiums habe ich an der Universität einige Semester lang einen Polnisch-Kurs besucht. Ich habe die Arbeitsblätter zwar ordentlich bearbeitet, aber Polnisch gesprochen habe ich nach dem Kurs auch nicht. Alle Unterlagen aus diesem Kurs habe ich längst entsorgt, nur die Karteikarten mit den verschiedenen Deklinationen und Konjugation sind übriggeblieben. Ab und zu fallen sie mir in die Hand, bei Aufräumen zum Beispiel, und ich denke jedes Mal, die können weg. Polnisch werde ich ja wohl nie mehr sprechen. Und dann lege ich die Karteikarten zurück in die Schublade und behalte sie. Es könnte ja sein, dass ich in Zukunft einen weiteren Anlauf unternehme, meine Muttersprache zu lernen, und dann werde ich die Kärtchen brauchen.

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Der Rucksack - ein Geschenk meiner Eltern

Monzer, Eschwege

Kurz vor meinem Abitur schenkten mir meine Eltern einen Rucksack. Dieser Rucksack begleitete mich durch meine vierjährige Studienzeit an der juristischen Fakultät.

Dann hat der Krieg in Syrien angefangen. In meinen liebgewonnenen Rucksack packte ich alle wichtigen Papiere, etwas Geld und Kleidung.

Mit meinem Rucksack kam ich im September 2012 in Ägypten an, wo ich ein neues Leben begann. Doch die Aufenthaltssituation für Syrer in Ägypten änderten sich dramatisch und ich habe beschlossen mit meinem Rucksack übers Mittelmeer mit einem Boot nach Italien und dann nach Deutschland zu fliehen.

Im Sommer 2014 setzte der Schlepper einen Termin und einen Treffpunkt fest, an dem wir ihn treffen sollten. Von Alexandria bis Italien und dann über Mailand und München bin ich letztendlich in Eschwege angekommen. Immer mit dabei mein treuer Begleiter, mein Rucksack. Sein Aussehen hatte während der Reise etwas gelitten. Trotzdem begleitet er mich noch heute bei meiner täglichen Arbeit. Er ist das einzige Erinnerungsstück an meine Eltern. Ich werde ihn auch weiterhin in Ehren halten.

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Volleyballschuhe - Sport hat die Kraft Barrieren einzureißen

Debora, Göttingen

Meine Migrationsgeschichte ist ähnlich wie die von tausenden europäischen Studierenden und begann mit der Teilnahme an dem ERASMUS-Programm. Ein Auslandssemester hatte ich schon von Anfang an programmiert, als ich mich für den Bachelor in interkultureller Sprachvermittlung entschieden hatte. So packte ich September 2012 zum ersten Mal meinen Koffer und verließ meine Heimat Italien für sechs Monate mit dem Ziel Estland. Kaum war mein ERASMUS-Semester vorbei,  wurde mir schon klar, dass das nicht meine letzte Erfahrung im Ausland war. Während meines Master-Studiums hatte ich zusätzlich noch die einmalige Gelegenheit, als internationale Studentin in drei verschiedenen europäischen Ländern zu leben.

Abschied, Ankunft, Neubeginn – mein Studentenleben wurde von zahlreichen Umzügen geprägt. Alle sechs Monate das gleiche Spiel: sich von den Freund:innen verabschieden, Koffer packen, neue Wohnung finden, sich woanders einleben. So gewöhnt man sich schnell daran, minimalistisch zu leben, um nicht zu viel Gepäck ständig rumschleppen zu müssen. Einerseits eine pragmatische Maßnahme, anderseits bedeutet das aber auch, dass viele Gegenstände, die nicht nahezu täglich zum Einsatz kommen, entweder im Kinderzimmer in der Heimat bleiben oder am Ende des Semesters verschenkt werden müssen. 

Zusammen mit ein paar Bildern und Postkarten, die einzigen „überflüssigen“ Objekte, die mich vom Anfang an immer begleitet haben, sind meine Volleyballschuhe und ein paar Knieschoner. Ich kann nicht wirklich erklären, wieso ich sie das erste Mal überhaupt eingepackt habe, Volleyball ist vielleicht nicht die erste Freizeitaktivität, die man mit einem Wintersemester in Estland assoziieren würde. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass diese Gegenstände eine doppelte Bedeutung hatten. 

Die Volleyballschuhe und die Knieschoner symbolisieren eine vertraute Routine, die mich in den Jahren immer begleitet hat, seitdem ich mit 8 an meinem ersten Volleyballtraining teilgenommen habe. Eine Routine, die aus einer gesunden Balance von Unterricht, Hausaufgaben, Freizeit und Training besteht und mir hilft, meinen Alltag effizienter zu organisieren. Gleichzeitig sind sie auch eine stetige Erinnerungshilfe, in der sportlichen Hinsicht aktiv zu bleiben, und ein wichtiger Ansporn, neue soziale Kontakte zu knüpfen. Sport – und besonders Mannschaftsport – hat die Kraft, Barrieren zwischen Menschen einzureißen: Egal woher man kommt, jede:r kennt die Regeln und ist mit den Abläufen vertraut, alle kommen zum Training mit dem gemeinsamen Ziel, Spaß beim Spielen zu haben. Die kulturellen und sprachlichen Hindernisse fallen und man kann sich als Italienerin auch in den estnischen, deutschen und holländischen Sporthallen wie zu Hause fühlen.

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„Dann hat der Krieg in Syrien angefangen. In meinen liebgewonnenen Rucksack packte ich alle wichtigen Papiere, etwas Geld und Kleidung.“
Monzer, Eschwege

Der Morgenmantel - ein Geschenk meiner Oma

Ewgenia, Göttingen

Meine Oma Schura (Koseform von Alexandra) ist leider vor 17 Jahren (2005) verstorben. Zuletzt habe ich sie in Russland, Kemerowo Gebiet, Stadt Gurjewsk im Jahr 2002 besucht, als ich zum ersten Mal nach der Auswanderung nach Deutschland in die alte Heimat fuhr. Es war ein warmes herzliches Wiedersehen, ein letztes… 

Nun öffne ich meinen Schrank und betrachte mit kritischem Blick die Kleidung. Einiges muss aussortiert werden. Da hängt mein Morgenmantel, handgenäht von Oma Schura zu meinem 17.Geburtstag. Ich war gerade frisch an der Uni immatrikuliert. Auf braunem Feld sind weiße und rote Blüten, mit Spitzenrand, das Innenfutter aus Moltonwindel. Beim Anblick auf dieses Unikat kommen die Kindheitserinnerungen hoch. 

Oma war handwerklich sehr begabt, hat schöne Sachen aus Stoffresten geschaffen. Heute nennt sich das Patchwork. Sie hat auch für ihre Enkelkinder Socken und Handschuhe gestrickt. Alles, was sie kreiert hat, war von endloser Liebe und Wärme geprägt. Oma hat uns einige Male im Jahr besucht, da sie in der Rente war, dafür musste sie eine Zugfahrt von 20 Stunden (ca. 990 km) nach Omsk auf sich nehmen.  Sie brachte immer was Leckeres mit: selbstgemachte Konfitüre aus Walderdbeeren, Kekse, Küchlein mit verschiedener Füllung usw., um uns ein bisschen zu verwöhnen. 

Der Morgenmantel ist mir etwas eng geworden, aber das macht nichts. Er wärmt mich trotzdem, weil er immer noch die Wärme von Omas liebevollen Händen verströmt.

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"Alle Unterlagen aus diesem Kurs habe ich längst entsorgt, nur die Karteikarten mit den verschiedenen Deklinationen und Konjugation sind übriggeblieben. Ab und zu fallen sie mir in die Hand, beim Aufräumen zum Beispiel, und ich denke jedes Mal, die können weg. Polnisch werde ich wohl nie mehr sprechen. Aber dann lege ich die Karteikarten zurück in die Schublade und behalte sie doch.“ 
Anna, Heiligenstadt

Kandy-Teufelstanzer / Kandy devil dancer

Teresa Jane

Mein Vater hat mir die Puppe vor 59 Jahre in Ceylon gekauft und weil sie symbolisiert, dass ich das Glück hatte, Eltern zu haben, die den geistliche Samen in mir gepflanzt haben, damit ich die weite Welt und die Vielfalt der menschlichen Kultur genießen und akzeptieren kann. Als Symbol dieser Vielfalt und als Andenken an meine Eltern habe ich diese Puppe auf meinem Lebensweg immer mitgenommen.

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